Verein der Eisenbahnfreunde und Modelleisenbahner "Friedberg Suhl" und Umgebung e.V.


Mit der Bahn ins Nördlinger Ries






Frühjahresexkursion am 16.06.2019




Bei der Titelzeile werden sich einige fragen:" Nördlinger Ries" was ist denn das?.
Nun - dieser Begriff beschreibt eine Landschaft südwestlich von Nürnberg und der Fränkischen Alp. Das nahezu kreisförmige, flache Ries hebt sich auffälig von der hügeligen Landschaft der Alb ab. Ging man lange Zeit von einem vulkanischen Ursprung aus, weiß man seit 1960, dass es sich um die Reste eines 14,6 Millionen Jahre alten Einschlagkraters handelt. Der Meteorit, der ihn verursachte, soll nach Berechnungen einen Durchmesser vin 1,5km(!) gehabt haben und hinterließ einen fast kreisrunden Krater mit mehr als 20km Durchmesser.


Hauptort in dieser Landschaft ist Nördlingen, wo es seit 34 Jahren ein Eisenbahnmuseum gibt.


Los ging es 08:20 Uhr mit einem RE der aus DB-Doppelstockwagen und an jedem Ende einer Ellok der BR 193 (Siemens-Vectron) der Firma Railpool bestand. Wir nutzten ihn bis Nürnberg, und wählten aus Sichtgründen Plätze im Obergeschoss. Nach kurzer Fahrt erreichten wir den Bahnhof Coburg, der seit 1847 Bahnanschluss hat. Die private Werrabahn-Gesellschaft eröffnete in diesem Jahr ihre gleichnamige Strecke von Eisenach über Meiningen und Coburg nach Lichtenfels. Leider ist sie seit 1945 zwischen Eisfeld und Coburg infolge der Grenzziehung unterbrochen. Alle Versuche einer Reaktivierung scheiterten bisher.
Kurz hinter dem Bahnhof Creidlitz verließen wir die Werrabahn und befuhren eine Verbindungskurve zur Neubaustrecke Erfurt - Nürnberg. Linkerhand ist deren, das Füllbachtal querende Brücke zu sehen. Nach der Brücke verschwindet die NBS in einem Tunnel. Auch wir fuhren in einen Tunnel ein. Und dieser Tunnel quert den Tunnel der Neubaustrecke. Denn als wir wieder ans Licht kamen, mündete unser Gleis von links an der Abzweigstelle Weißenbrunn am Forst in die NBS ein.
Ab hier ging es auf der Neubaustrecke weiter. Der ständige Wechsel zwischen Tunnel und Brücken hatte hinter dem Tunnel "Eierberge" mit der Mainbrücke bei Wiesen ein Ende. Kurz danach nähert sich von links die Strecke Saalfeld - Lichtenfels - Nürnberg, der wir ab Ebensfeld folgten.
Die Neubaustrecke heißt zwar Erfurt - Ebensfeld, aber die Verknüpfung erfolgt erst einige Kilometer weiter südlich in Unterleiterbach. Dieser Bahnhof besteht nur aus Gleisen und Weichen, dient er doch ausschließlich bahnbetrieblichen Zwecken.
Nächster Bahnhof, an dem wieder Reisezüge halten ist Breitengüßbach. Hier wurde auch die "Verknüpfung" von NBS und Bestandsstrecke geändert. Und für diesen Umbau blieb kein Stein auf dem anderen, wie nachfolgende Bilder beweisen sollen.

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Bis Breitengüßbach ist der Ausbau heute abgeschlossen. Zur Zeit beginnt der Umbau bis Hallstadt.




Als nächstes passierten wir den Bahnknoten Bamberg, der in den kommenden Jahren sein Aussehen ebenfalls erheblich ändern wird. Auch auf der weiteren Fahrt wechseln sich im Bau befindliche und schon fertig gestellte Abschnitte der Ausbaustrecke ab, bis unser Regionalexpress in Nürnberg Hbf ankam.

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Um 11:07 Uhr fuhr unser RE nach Wassertrüdingen. Dieser fährt in den Sommermonaten nur deshalb, weil am Zielort die bayrische Landesgartenausstellung stattfindet. Von Nürnberg fuhren wir zunächst in südlicher Richtung bis Pleinfeld um ab dort gen Westen auf der Nebenbahn nach Gunzenhausen weiterzufahren. Nach diesem Bahnhof verließen wir auch die Gleise der DB. Wir befuhren jetzt eine Strecke der "Bayernbahn", des Infrastruktur- und Verkehrsunternehmens des Nördlinger Museums. Aus Wassertrüdingen fuhren wir mit einem Museumszug der Bayernbahn

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In Nördlingen


Obwohl es das hiesige Eisenbahnmuseum erst seit 1985 gibt, wurde am Pfingstwochenende ein 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Und das hat damit zu tun, dass die Ursprünge beim "Pfiffclub 52 1919 Kondens" liegen, der am 15. Juni 1969 gegründet wurde und sich später in "Eisenbahnclub München" umbenannte.

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Die erste Betriebswerkstätte in Nördlingen entstand bereits 1848/49. Aus ihr entstand das spätere Bahnbetriebwerk mit seinen umfangreichen Anlagen. Mit dem ab den 50ger-Jahren bei der DB durchgeführten Traktionswechsel sank seine Bedeutung jedoch, so dass 1982 seine Schließung erfolgte. Hier erkannte der Eisenbahnclub München eine Möglichkeit, seine an verschiedenen Orten hinterstellten Fahrzeugsammlungen an einem Ort zu konzentrieren. So wurde 1985 das Gelände übernommen und als "Bayerisches Eisenbahnmuseum" eröffnet. Gleichzeitig erfolgte auch die Umbenennung des Münchner Vereins. Seitdem ist man bemüht, wieder ein komplettes Bahnbetriebswerk einzurichten.




Die Außenanlage des Museum.
Vom Bahnhof bis zum Museum sind ungefähr 15 min Fußweg.



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Im Museums BW


Insgesamt verfügt das Museum über zahlreiche Lokomotiven (davon 21 Dampflokomotiven) und Triebwagen, die aber nicht immer alle gleichzeitig im Museum sind. Besonders die betriebsfähigen Fahrzeuge sind oft bundesweit unterwegs



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8159 8171
8206 8174
8178 8180
8183 8195
8198 8209
8210 8177
8193 8191
8201 8189


Die Außenanlage



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Besonders die letzten Bilder zeigen das noch ausreichend Arbeit anliegt. Wünschen wir dem Verein noch lange Schaffenskraft. Einfacher wird es nicht, wie Spruchbänder vor dem BW von den Dampfgegnern zeigen.

..... Wir jedenfalls hatten einen interessanten Tag und danken dafür.....

Text aus dem Reiseführer von Manfred Schultz
Fotos : Manfred Ulrich