Verein der Eisenbahnfreunde und Modelleisenbahner "Friedberg Suhl" und Umgebung e.V.


Beitrag vom 10.06.2010

150 Jahre Strecke Eisenach - Meiningen - Eisfeld - Coburg
.....Die Werrabahn.....


2008 begingen wir das Jubiläum einer der ältesten Eisenbahnstrecken in Thüringen. Das soll Anlass sein, kurz die Geschichte dieser Strecke zu würdigen.

Mit ihrem Bau wurde im Februar 1856 begonnen. Er währte bis zum Herbst 1858. Am 02.11 1858 wurde die 130,11 km lange Strecke Eisenach - Coburg, sowie die Anschlußstrecke Coburg - Sonneberg (19,49km) eröffnet. Die Anbindung an das bayerische Eisenbahnnetz folgte mit dem Lückenschluss zwischen Coburg und Lichtenfels knapp drei Monate später, am 24.01 1859.
Die Gesamtstrecke wurde zunächst von der Thüringischen Eisenbahn betrieben. Ab 01.12.1875 ging die Leitung und Betriebsführung auf die Werraeisenbahn - Gesellschaft über, die ihren Direktionssitz in Meiningen hatte.
Durch die Inbetriebnahme von Zweigbahnen verwaltete diese schließlich ein Netz von 216,12 km.

Per Gesetz wurde Preußen 1895 zur käuflichen Übernahme des Gesamtnetzes der Werrabahn ermächtigt. Am 01. Oktober 1895 ging die Strecke in den Besitz des preußischen Staates über.

Durch ständig wachsende Reisendenzahlen, sowie dem aufblühenden Kalibergbau, erfolgte beginnend um 1900 der teilweise Aufbau eines zweiten Streckengleises. Diese zweigleisigen Abschnitte Eisenach - Salzungen, Schwallungen - Wasungen, Meiningen - Grimmenthal und Coburg - Creidlitz blieben bis 1945 bestehen.

Mit der Gründung der Deutschen Reichsbahn im Jahre 1920 wurde die Werrabahn Bestandteil der Rbd Erfurt. Bei dieser Reichsbahndirektion verblieb auch die Betriebsführung im Abschnitt Eisfeld - Coburg, nachdem sich Coburg im Jahre 1920 für den Anschluss an Bayern entschieden hatte.

Nach einem stetigen Aufschwung im Personen- und Güterverkehr erlangte die Werrabahn vor und während des 2. Weltkrieges zunehmend militärische Bedeutung. Lange und schwere Militär-, Truppen- und Nachschubzüge gehörten zum täglichen Erscheinungsbild. Güter aus Rüstungsbetrieben nahmen ihren Weg über die Werrabahn. Kalizüge aus Bad Salzungen fuhren in Richtung Lichtenfels.

Die Grenzziehung nach dem zweiten Weltkrieg unterbrach die Strecke. In der sowjetischen Besatzungszohne, der späteren DDR wurde durch die DR der ca 108 km lange Abschnitt Eisenach - Eisfeld betrieben. Die Gleise zwischen Eisfeld und Görsdorf wurden abgebaut. Die Deutsche Bundesbahn führte den Betrieb auf der Teilstrecke Görsdorf - Coburg. Diese wurde aber abschnittsweise bis 1976 stillgelegt. Noch heute in Betrieb ist der Abschnitt Coburg - Lichtenfels. Er stellt die Verbindung zum Fernverkehrsnetz der DBAG her.

Nach der politischen Wende 1989 kamen Planungen zur Wiederherstellung der Strecke zwischen Eisfeld und Coburg auf. Realisiert wurde aber schließlich der Lückenschluss zwischen Sonneberg und Neustadt(b.Coburg).
Heute fahren Triebwagen der Süd-Thüringen-Bahn von Eisenach nach Sonneberg und mit elektrischen Lokomotiven bespannte Züge auf dem Abschnitt Coburg - Lichtenfels. Wenigstens einige davon haben aber einen Laufweg bis Nürnberg.
Der Güterverkehr hat auf der Gesamtstrecke nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Allerdings ist hier durch Initiativen privater Verkehrsunternehmer in letzter Zeit ein leichter Aufschwung zu verzeichnen.

(Quelle: Wachsenburgverlag - "Die Werrabahn")

Manfred Schultz

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Im Personenverkehr dominierten auf der Werrabahn viele Jahre die Baureihe 41. Im BW Meiningen stehen, wie zu erkennen, die Diesellokomotiven der BR 110 zur Ablösung bereit.
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Zahlreiche Loks der BR 118 waren im Bw Meiningen, dessen Lokschuppen im Hintergrund zu sehen ist, beheimatet. Auch sie kamen auf der Werrabahn zum Einsatz
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