Verein der Eisenbahnfreunde und Modelleisenbahner "Friedberg Suhl" und Umgebung e.V.



Beitrag vom 20.03.2009

Güterverkehr auf der Werrabahn heute


Die Werrabahn feiert im Herbst dieses Jahres ihr 150

Die Werrabahn feiert im Herbst dieses Jahres ihr 150. Bestehen und ist damit eine der ältesten Thüringer Bahnlinien.

In ihrem ursprünglichen Verlauf, verband sie die Städte Eisenach und Coburg. Kurze Zeit später wurde sie bis Lichtenfels an der Bayrischen Ludwigs-Süd-Nord-Bahn verlängert.

 

Im Ergebnis der deutschen Teilung nach dem 2. Weltkrieg blieben von dieser Strecke nur die Teile Eisenach - Eisfeld auf der Thüringer Seite und Coburg - Lichtenfels in Bayern in Betrieb. Eine Wiederbelebung der Gesamtverbindung wurde auch nach der Wiedervereinigung durch den Totalrückbau zwischen Eisfeld und Coburg unmöglich.

 

Die Werrabahn wurde als Hauptbahn konzipiert, aber nur eingleisig ausgebaut. Der Hauptbahncharakter ist zwischen Grimmenthal und Eisenach sowie Coburg und Lichtenfels auch heute noch gegeben.

 

Bis zur Wende wurde ein Großteil des Güterverkehrs für den Bezirk Suhl über die Gleise der Werrabahn geführt. Kohle, Container, Öl, Bauelemente und vieles mehr nahmen täglich den Weg über diese Bahnlinie von und zu den Anschließern und Güterbahnhöfen.

Diese Zeiten sind so nicht mehr Wiederholbar.

Ein Teil der Bahnhöfe wurde für den Güterverkehr geschlossen, die Übrigen wie Grimmenthal, Bad Salzungen und Eisenach umgebaut und in ihren Anlagen reduziert. Dennoch ist auf der Werrabahn immer ein Güterverkehrsanteil verblieben. So wurde zum Beispiel die Zuführung des Flüssiggases nach Ritschenhausen in allen Jahren mit der Bahn vorgenommen. Ebenso verblieb ein Restverkehr auf dem Abschnitt Eisenach - Bad Salzungen, zur Versorgung des Umschlagbahnhofs Merkers der Kali Und Salz AG.

 

Mit verursacht durch steigende Kraftstoffpreise wurde das Güteraufkommen in den letzten Jahren wieder größer.

Stark zugenommen hat besonders nach dem Orkan “Kyrill” der Abtransport von Holz in den unterschiedlichsten Abmessungen und Sorten (Langholz, Stück- und Bruchholz für die Papierindustrie und Laubholz).

Für jede Holzsorte werden dabei, wie auf unseren Bildern zu sehen ist unterschiedliche Wagentypen eingesetzt.

 

Am Abtransport des Holzes beteiligen sich verschiedene Bahngesellschaften, so zum Beispiel die Rennsteigbahn AG, die Press - Pressnitztalbahn und die Werra Eisenbahngesellschaft aus Eisenach.

Verladen wird auf den Bahnhöfen, Schleusingen, Themar, Walldorf und Immelborn.

 

Gegenwärtig werden im Durchschnitt drei Holzzüge pro Woche von Walldorf abgefahren, wobei hier je nach Aufkommen auch die Gaskesselwagen von Ritschenhausen und Schrott von einem großen Walldorfer Schrotthändler mitgenommen wird.

Zum Einsatz kamen dabei die unterschiedlichsten Lok-Baureihen. Im Rahmen von Plandampfveranstaltungen wurden sogar Dampflokomotiven zur Beförderung dieser Züge eingesetzt.

 

In Immelborn wurde der Anschluss der Kieswerke wieder belebt. Von hier aus verkehren in Regie der Werra Eisenbahngesellschaft Ganzzüge nach Berlin. Es war uns leider nicht vergönnt auch dies in Bildern festzuhalten.

 

 

Jens Weiske

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Vor dem Umbau der Gleisanlagen im Bahnhof Walldorf erledigten im April 2005 die POOL-Loks der PBSV (ehemalige BR106 der DR) die notwendigen Rangierarbeiten zur Bereitstellung und die sich daran anschließende Abfuhr der Holzwagen


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Ein Pärchen 204er der Press erreicht im Juli 2004 mit leeren Holzwaggons Walldorf. Hinter dem Zug befindet sich das Ladegleis. Im Hintergrund stehen bereits teilweise mit Stammholz beladene Waggons


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Nach dem die regulären STB-Triebwagen die Trasse freigegeben haben, begibt sich unser Holzzug auf seine lange Reise. Wir begeneten ihm im Werratal zwischen Themar und Vachdorf.


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Im Rahmen einer Plandampfaktion kam im September 2004 die 44 1486 zum Einsatz. Um 7:00 Uhr morgens setzt sie sich in Walldorf vor den "Freitagsholzzug" nach Eisenach um mit den obligatorischen Rangierarbeiten zu beginnen.
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Auch wenn das Wetter an diesem Februar-Freitag eher zum Heulen war, wir warteten geduldig zwei volle Stunden, bis er endlich kam. Voll beladen mit Stammholz in "handlichen" Stücken brummt 202 327 in Richtung Wasungen durch das Werratal.


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Noch keine große Leistung wurde der 202 mit dieser Fuhre abverlangt. Zwischen Meiningen und Walldorf rollt am ehemaligen Anschluss Kohleplatz der Güterzug durch die Mittagssonne.


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Die leeren Wagen wurden gerade erst auf das Ladegleis gedrückt. Sofort beginnen die Holztransporter mit der Beladung. Die 202 327 wartet inzwischen im Parallelgleis auf Kreuzung mit dem STB-Triebwagen, um danach die Rangierarbeiten fortzusetzen.


Für Interessenten der Geschichte der Werrabahn:

http://de.wikipedia.org/wiki/Werrabahn

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Für die Bereitstellung der Holzwagen sind, seit dem nur noch auf der "Meininger Seite" des Walldorfer Bahnhofes Weichen liegen, umfangreiche Rangierfahrten erforderlich. Diese werden alle halbe Stunde durch Zugfahrten der STB unterbrochen


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An einem anderen Tag kamen wir dazu, als 202 327 mit nagelneuen (grünen) transportwagen für Laubholz Walldorf in Richtung Eisenach verlässt.


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Mit mäßiger Geschwindigkeit und einer ordentlich langen Fuhre Holz und Schrott (am Ende des Zuges sind die grünen Laubholzwagen eingereiht)erreicht unser Holzzug das Einfahrsignal von Wasungen


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